Der Blob

Der BLOB ist eine interaktive Installation aber auch eine Person und auch eine Metapher.

Er frisst alle visuellen Eindrücke die in sein Blickfeld geraten, und spuckt die verdauten Reste dieser Bilder wieder aus und spinnt daraus sein eigenwilliges collagenartiges Geflecht. Er ist kollektive Kunst, er ist ein beeinflussbares System und er ist die Verführung der Medien.

Ich muss zugeben, bis heute habe ich selbst nicht ganz verstanden, was er ist. Aber was man sagen kann, er funktioniert und zieht die Aufmerksamkeit auf sich, wenn er irgendwo steht, was ich auf der B Seite in Mannheim, dem Schlossfest in Mannheim und auf einer Ausstellung in Freiburg (wie hieß die noch gleich) schon miterleben durfte.

Aber nun mal Konkretes

Kurz gefasst besteht er aus einem realen Körper, der vor einer Wand steht, auf die der veränderbare Rest seines Körpers mit einem Beamer projiziert wird. Dem Betrachter kommt alles im Idealfall natürlich wie ein einziges Wesen vor. So wurde ich auch schon gefragt wie ich das gemacht habe, dass da das Licht und die Bilder aus den Schläuchen kommen. Er macht Fotos, wenn ihm was vor die inse kommt, stellt diese Bilder grob frei und speichert sie ab. Aus diesem ständig wachsenden Fundus an Bildern erstellt er dann eine pulsierende Bildcollage. Die Leute halten ihre Gesichter oder was nicht alles vor die Kamera und freuen sich, wenn sie ihr Bild danach, oder auch am Tag danach wieder irgendwo in der Collage entdecken. Ja und der BLOB sammelt Bilder ohne unterlass. So habe ich von der B Seite und der Ausstellung in Freiburg zusammen schon über 3000 Bilder, von denen die meisten Fotos von Gesichtern sind, auf meiner Festplatte rumfahren. Dazu am besten erstmal zur

Idee und Motivation

Über die Themenvorgabe "Virtuelle Welt" kam ich bald auf den Konflikt zwischen Analog und Digital, darüber zur Diskussion über Kopie und original. Je mehr ich mich mit dieser Diskussion beschäftigte - Ich habe Bücher gelesen - desto klarer wurde mir, das die Unterscheidung garnicht so leicht zu treffen ist und in jedem Original immer auch Kopie mit drin steckt. Immer! Darum wollte ich etwas erschaffen, was zugleich automatisch und nachvollziehbar Kopie und Original gleichzeitig ist. Daraus entstand die Idee zum Blob. Ich habe habe ihn mir ausgedacht und ihn gebaut und programmiert. Allerdings wäre er ohne den Beitrag jedes einzelnen Betrachters nicht komplett und äußerst langweilig. Jeder der vorbeigeht, kann einen bleibenden Eindruck zum gesamtwerk Beitragen und die Urheberschaft verschwimmt. Klar kann man sagen, dass mein Beitrag zum ganzen Verhältnismäßig größer war, aber auch meine Gedanken, Ideen und Fähigkeiten beruhen eben wieder auf dem was ich von Anderen bekommen habe. Rückblickend würde ich sagen, soll der BLOB dazu anregen über dieses Thema nachzudenken. Ich denke man kann den Beitrag jedes einzelnen Wertschätzen ohne dabei alles am Ergebnis ausschließlich für einen Autor reservieren zu wollen. Anders als dies beispielsweise die aktuellen Regelungen zu Copyright oder Ideen wie "geistiges Eigentum" dies hervorrufen. Nun aber genug der Theorie und weiter zur

Umsetzung

Wie es sich nach einer ausführlichen Projektplanung/Visionierung gehört habe ich an allen Ecken und Enden gleichzeitig angefangen. Ich habe Testprogramme in Processing geschrieben um die automatische Bildfreistellung zu testen, ebenso wie ich verschiedene digitale Blobkörper skizziert und angetestet habe. Daneben habe ich immer wieder mit Webcams herumexperimentiert und verschieden Ausleuchtungs- und Auslösemechanismen angetestet. Dieses Alles-gleichzeitig hat es mir ermöglicht wirklich iterativ zu arbeiten und realistisch zu bleiben. Das heißt ich habe herausgefunden, was für Bilder herauskommen wenn ich sie automatisch freistelle und konnte darauf dann in der Gestaltung des Körpers reagieren und habe dann vielleicht wieder gemerkt, dass ich mehr Licht in den Realkörper einbauen muss um genug Helligkeit zu erhalten.

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