Sometimes You Die

'Sometimes You Die' ist ein Spiel für iPad und iPhone, das über sich selbst grübelt. Es stellt sich selbst ständig in Frage und konfrontiert den Spieler mit Aktionen, die ihn zweifeln lassen, was er da eigentlich tut und vor allem warum.

Trotz diesem Anti-Ansatz war das Spiel bisher verhältnismäßig erfolgreich. Version 1 war in USA auf Platz 1 der App Store Charts, Version 1.1 in Deutschland.

Im Kern ist es ein Puzzle-Platformer. Die zentrale Spielmechanik besteht daraus, kontrolliert zu sterben, denn die Pixel-Leiche bleibt am Tatort liegen und dient fortan als Treppenstufe, um im Level weiterzukommen. So stapelt man die Leichen, um durch den düsteren Komplex zu kommen, nur um dabei ständig vom Erzähler kritisiert zu werden.

Ich war darauf vorbereitet, dass viele die Intention nicht verstehen, und es eher als Hüpfspiel begreifen, allerdings haben mich die vielen positiven Reaktionen sehr überrascht. In den USA gab es Reviewer, die geschrieben haben, dass sie zu Tränen gerührt waren oder das Spiel ihr Leben verändert hat.

Ich will nicht zu viel vorwegnehmen, das würde das Erlebnis und die Erkenntnis-Momente zerstören. Alles unter den Bildern spoilert wichtige Schlüsselelemente, also bitte nicht vorher lesen.

Der Erzähler stellt die ganze Zeit infrage, ob ein Spiel ein Ende haben muss, oder worauf man eigentlich zuarbeitet. Ob man wegen der Strecke zum Ziel oder wegen dem Ziel spielt, auch wenn man gar keinen Spaß daran hat. Und was man sich eigentlich vom Spiel erhofft. Der erste Schlüsselmoment ist, wenn man das letzte Level erreicht und merkt, dass sich das Spiel loopt und man wieder am Anfang angekommen ist. Nur dieses Mal ist man um die Erkenntnis reicher, dass man durch Drehen des Geräts einen Durchgang komplett ohne Tode schaffen kann.

Bis hier war das Spiel ziemlich einfach und auf etwa eine Dreiviertelstunde konzipert, damit man es am besten an einem Stück durchspielt. Jetzt erst wird es schwierig, die versteckten Level werden verzweigt und kompliziert, und der Versuch, mit 0 Toden zu bestehen ist sehr schwierig.

Die orangen, versteckten Level enden in einer Sackgasse, in der man einen Pause-Button freispielt, den es in diesem Spiel erst ganz zum Schluss gibt. Mit ihm kann man endlich die Musik ausschalten, die einem inzwischen auf die Nerven gehen dürfte.

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